Rückblick auf zwei große Segelevents im Juli
ISAF-Jugend-WM
Das größte Segelevent dieser Saison für uns war die ISAF – Jugend - WM in Dänemark, Aarhus. Doch bevor wir dort hinfuhren fand in Kiel noch ein 4-tägiges Vorbereitungstraining statt, bei dem wir auch die anderen Segler / Surfer und Trainer des Team Germany kennen lernten. Untergebracht waren alle in Zimmern des „Haus des Sports“ im Olympiazentrum in Schilksee. Die ersten 2 Tage trainierte jede Bootsklasse für sich sowohl Vormittags, als auch Nachmittags. Für den dritten Nachmittag entschieden die Trainer in den Hochseilgarten in Eckernförde zu gehen als eine Art teambildende Maßnahme. Wir hatten jede Menge Spaß, sodass uns auch der Regen zum Schluss nichts ausmachte. Am nächsten Tag gingen wir noch mal für eine Segeleinheit aufs Wasser, bauten am Nachmittag unsere Boote ab und räumten die Zimmer auf.
Auf den kommenden Tag freute sich schon das komplette Team, denn da ging es auf nach Dänemark. Das gesamte Gepäck wurde gleich nach dem Frühstück in die 2 großen DSV – Mercedes – Busse geladen, sodass wir schon um 10 Uhr losfahren konnten. Nach 3 Stunden Fahrt kamen wir dann bei dem 4-Sterne-Hotel „Radisson“, Unterkunft für die Teilnehmer und Trainer aller Nationen, an.
Den nächsten Tag waren wir damit beschäftigt, die neuen Boote in Empfang zu nehmen, zu checken, aufzubauen und anschließend auf dem Wasser einzusegeln. Außerdem konnte man dabei das Revier schon etwas kennen lernen. Am Abend begann die Eröffnungsfeier mit einem Zug aus über 200 Teilnehmern aus 60 Nationen vom Hafen durch die Stadt bis zum Rathaus. Nach den offiziellen Begrüßungsreden und der Water-Mixing-Ceremonie war die ISAF-Jugend-WM 2008 eröffnet und das Buffet wurde gestürmt.
Anders wie an den kommenden Wettkampftagen war der Start für das Practice Race erst auf 13 Uhr angesetzt, sodass wir davor nach Kleinigkeiten an unserem Boot verändern konnten, die uns am Tag davor aufgefallen sind. Schon beim Raussegeln zur Startlinie merkten wir, dass sich bei dem auflandigen Wind hohe Wellen aufbauten, an die wir uns auch erst mal gewöhnen mussten. Mit auf unserer Bahn waren noch die 29er Jungs und die Kats „SL 16“, die aber einen Trapezkurs segelten, damit sie den 29er`n nicht in die Quere kommen. Obwohl wir, wie die meisten anderen 17 Mädchen-Teams, nach dem Start nur bis zur Luv-Tonne segelten, merkten wir sofort das extrem hohe Niveau der anderen Nationen.
Damit nicht nur die Trainer, sondern auch Eltern, Verwandte oder Freunde die einzelnen Wettfahrten mit verfolgen konnten, bekamen alle Mannschaften ein GPS-Sender ans Boot. Die Daten wurden dann live im Internet übertragen.
Am ersten Wettfahrttag hatte es, wie schon beim Practice Race, um die 5-6 Windstärken. Bei den Starts kamen wir gut weg, sodass wir an der 1. Luv Tonne immer unter den TOP 10 waren. In den nächsten Runden holten wir dann stetig auf und erreichten so das Ziel einmal als 7. und einmal als 5. Eigentlich war für diesen Tag noch eine weitere Wettfahrt geplant, doch diese wurde schon kurz nach dem Start abgebrochen, da der Wind auf 30 Knoten auffrischte. Am Ende des Tages lagen wir somit auf Rang 5, was unsere Erwartungen bei viel Wind echt übertraf.
In den kommenden 2 Tagen vor dem „Lay Day“ segelten wir bei etwa gleichen Wind- und Wellenbedingungen weitere Platzierungen zwischen Platz 5 und 8, fielen aber auf Rang 7 zurück. Grund dafür war die Disqualifikation in einer Wettfahrt, da wir angeblich nicht nur die Ankerleine, sondern auch das Zielschiff selbst, berührt hätten.
Den freien Tag verbrachte das komplette Team am Vormittag mit Go-Kart-Fahren und am Nachmittag konnten wir in kleinen Gruppen selbst etwas unternehmen. Einige gingen Shoppen, andere ins Schwimmbad oder ruhten sich in ihrem Zimmer aus.
Der vierte Wettfahrttag hieß nicht nur für uns „Aufholjagd“, sondern auch für etliche andere Segler, die zurück gefallen sind. Zudem war endlich einmal weniger Wind (2-3 Windstärken) angesagt, doch pünktlich zum Start, frischte der Wind wieder auf Stärke 5 auf und die Welle wurde entsprechend höher. Trotzdem kämpften wir uns gut durch die 3 Wettfahrten und beendeten diese mit einem 6., 7. und 5. Platz. Dies reichte uns, um wieder auf Rang 6 vorzurutschen.
Der vorletzte Wettfahrttag wurde noch einmal spannend, da das Feld besonders nach hinten sehr dicht zusammen war und sich so noch viel verändern konnte. Da unsere Wellentechnik und somit auch der Speed stets besser wurde, segelten wir nochmals gute Einzelergebnisse ein und konnten somit den 6. Platz verteidigen.
Den letzten Wettfahrttag konnten wir eher locker angehen, da wir sowohl nach vorne, als auch nach hinten zu den Brasilianerinnen um die 20 Punkte Abstand hatten und nur noch eine Wettfahrt gesegelt wurde. Trotzdem nahmen wir noch einmal alle Kraft zusammen und segelten schließlich zum Abschluss des Events noch einen 5. Platz. Nachdem wir an Land waren, bauten wir die Boote transportfertig ab und gaben sie bei Ovington zurück.
Am Abend fand in einem feierlich geschmückten Konzertsaal die Siegerehrung statt. Im deutschen Team holte sich Oliver-Tom Schliemann bei den Surfern eine Bronze-Medaille.
Bei den Mädchen im 29er gewannen Frances Peter und Claire Laske aus Großbritannien vor den Niederländerinnen und Australierinnen. Wir freuten uns sehr über unseren 6. Platz (Erstes Drittel).
Insgesamt war es eine tolle Veranstaltung mit vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
Europameisterschaft
Nachdem unsere Familie uns von Kiel abgeholt hatte ging es weiter zur Europameisterschaft am Iselmeer in den Niederlande. Neben dem Gelände des Medembliker Segelclubs konnten wir mit unserem Wohnwagen gut campen.
Am nächsten Tag wurden alle 29er der Deutschen Teams gleich in der Früh vermessen. Da am Boot alles passte, kamen wir schnell durch die Vermessung und konnten uns noch für die folgenden, anstrengenden Wettfahrttage ausruhen.
Am ersten Qualifikationstag war der erste Start um 11 Uhr geplant, also hatten wir genügend Zeit uns umzuziehen und das Boot segelfertig zu machen. Alle Segler wurden in vier verschiedene Farbgruppen eingeteilt, jeweils 2 auf einer Bahn. Wir waren an diesem Tag in der roten Gruppe mit einigen Teilnehmern von der ISAF-Jugend-WM. Wir kämpften uns trotz schwierigen Wellen und starker Konkurrenz in der Gesamtwertung auf Platz 8. Auch am nächsten Tag segelten wir gute Einzelergebnisse und kamen somit als 8. und einziges deutsches Team in die Goldfleet. Wir freuten uns riesig, dass wir es dieses Jahr schafften.
Der erste Startschuss in der Goldfleet fiel bei ca. 3 Windstärken, wurde dann aber mit jeder Wettfahrt weniger. Leider kamen wir am Start öfters nicht so gut weg und mussten uns daher auf der Startkreuz ständig aus den Abwinden der Anderen rauswenden. Unter Genaker holten wir aber immer wieder einige Boote auf. Da das Niveau extrem hoch war, waren wir mit den Platzierungen 17, 12 und 18 zufrieden. Überglücklich waren wir jedoch mit der 4. Wettfahrt an diesem Tag, denn dort wurden wir 1. von 25 Booten. Am Ende des Tages lagen wir somit in der Gesamtwertung auf Rang 10.
Wenig Wind wartete am vorletzten Tag auf uns. Das Feld war punktemäßig sehr dicht aufeinander uns so wurde es noch einmal richtig spannend. Mit den Plätzen 17, 13, 3 und 18 landeten wir schließlich auf Rang 12, waren aber auch damit sehr zufrieden.
Für den letzten Tag wurde noch weniger Wind angesagt, sodass wir an Land mit Startverschiebung warteten, bis die Regatta abgeschossen wurde. Danach bauten wir bei quälender Hitze das Boot ab und verpackten es im Wohnwagen, bevor wir zur Siegerehrung gingen.
Die Regatta war sowohl an Land, wie auch auf dem Wasser sehr gut organisiert. Man konnte gut campen, hatte es nicht weit in den Ort und es standen 2 PCs mit Internetanschluss zur Verfügung.
Lustig war auch immer das Opti-Team-Race im Hafen der verschiedenen Nationen nach den eigentlichen Wettfahrten.
