Zwei Wochen schwache Winde in Kiel
Ein Bericht von Anke Helbig
Am 30.04.2008 machte ich mich nach meiner letzten schriftlichen Abiturprüfung auf nach Kiel. Dort stand über Himmelfahrt ein Sichtungstraining an. Den Donnerstag begannen wir mit dem Hängebanktest im Kraftraum, nach 10 min quälen hieß es dann für uns am Nachmittag aufs Wasser zugehen. Im Vordergrund dieses Trainings standen die Starts und kurze Wettfahrten, in einem großen Feld mit anderen Landesverbänden konnten wir in den folgenden Tagen bei doch eher schwachen Windverhältnissen für Kiel viele Rennen fahren und so ein Wettkampfnahes Training absolvieren.
In der Woche darauf stand das Wochentraining in Kiel an. In dieser Woche stand das Segeln im Vordergrund und ich muss sagen, dass es schon was ganz anderes ist 6 Mal die Woche aufs Wasser zugehen mit Trainer, als 2 Mal. Diese Woche hat mir noch mal gezeigt, was ich will und das Kiel die besten Vorraussetzungen schafft um sich weiterzuentwickeln. Aber auch diese Woche war von schwachen Winden geprägt. So konnten wir das Augenmerk auf Manöver legen und uns auf Startübungen konzentrieren. Am Freitag den 09. Mai hatten wir Traumbedingungen. Sonne, 25 Grad und 3-4 Bft. Lisa Rattemeyer, ich und noch ein paar Jungs nutzten diese Bedingungen um noch einmal vor der Regatta mit unserem Trainer Thomas Piesker aufs Wasser zugehen Vom 10.05.- 12.05.2008 fand dann der Kieler Pfingstbusch statt, in dessen Rahmen auch die Deutschen Juniorenmeisterschaften ausgesegelt werden sollte.
Was war denn nun mein Ziel für die Regatta? In den 1,5 Wochen Training in Kiel lief einiges schief und ich zweifelte an ein paar Sachen die ich machte und ging eher mit einem schlechten Gefühl in die Regatta. Am Samstag war dann pünktlich um 13,00 Start. Zum Start herrschten ca. 2 Windstärken und ich erwischte einen mittelmäßigen Start, konnte mich aber gut nach links freisegeln. Leider hatte ich einige Probleme mit meiner Höhe, sodass ich nur um Platz15 die erste Marke rundete. Auf Grund eines starken Linksdrehers lag der Kurs nicht mehr optimal zum Wind und so machte die Spitzengruppe den Fehler und fuhr zur falschen Tonne. Der Fehler wurde bemerkt und ich konnte einige Plätze aufholen und lag auf Platz5 vor der Zielkreuz. Die Zielkreuz lief eigentlich ganz gut, bis ich volles Rohr gegen die Zieltonne fuhr, was mich leider dann noch 2 Plätze kostete. Ein wenig enttäuscht von mir selbst ging es dann ins 2. Tagesrennen, der Wind hatte inzwischen aufgefrischt auf 3 Bft. Auch der Start war nicht so optimal, ich entschied mich nach dem Start mein Segel aufzumachen und nach Lee zufahren, um dort dann auf maximalen Speed zugehen. Dies klappte auch gut und ich konnte als 4. die erste Marke erreichen. Aber auch in dieser Wettfahrt kostete mich ein Fehler einen besseren Platz und ich beendete den Tag mit den Plätzen 7 und 4. Ein wenig von mir selbst enttäuscht ging ich zu Bett, weil es kleine Fehler waren, die eigentlich nicht passieren sollten, aber ich war nicht zu 100% bei der Sache. Am Sonntag herrschte dann erst einmal Startverschiebung, bis wir dann um 15.30 Uhr starten konnten. Es war ein schwieriges Rennen bei wechselnden Bedingungen. Ich erwischte einen guten Start und konnte diesmal auch guten Speed fahren und so beendete ich den Tag auf Platz 3. Insgesamt lag ich nun auf Platz vier hinter der führenden Petra Niemann, gefolgt von Franziska Goltz und Lisa Fasselt. Am Montag wachte ich auf und schaute auf eine blanke Kieler Bucht. Dies änderte sich auch nicht mehr im Laufe des Tages, so entschied sich die Wettfahrtleitung um 12.00 Uhr, dass keine Wettfahrten mehr stattfinden werden. Somit stand fest, dass es keine Deutsche Juniorenmeisterschaft geben wird, weil eine Wettfahrt fehlte um eine gültige Meisterschaft zustande zubringen. Mit Platz 4 von 43 weiblichen Laser Radials beendete ich nun diesen Wettkampf, der souverän von der Olympiateilnehmerin 2008 Petra Niemann gewonnen wurde.
Zurückschauend auf die 2 Wochen steht fest, dass ich zufrieden sein kann mit meinem Wettkampf, auch wenn am ersten Tag einiges schief lief und ich immer noch viel am Grübeln bin. Aber ich denke, dass der Weg der richtige ist, den ich einschlagen werde und jetzt heißt es erstmal 2-3 Tage Seele baumeln lassen und mein Knie zur Ruhe kommen lassen, welches sich in den letzten Tagen doch zu Wort meldete.
In 2 Wochen steht dann meine letzte Prüfung an, auf die ich dann jetzt erstmal mein Augenmerk lege, nebenbei läuft das Training auf dem Wasser und im Vitalis Brandenburg weiter.
In diesem Atemzug noch ein Danke an GUL- Deutschland, die mich auch in diesem Jahr unterstützen.
Haut rein…
Anke
